Schwangerschaft mit Diabetes

Diabetes ist für Frauen, die sich ein Kind wünschen, meist eine große Herausforderung, denn die Krankheit ist mit Risiken für Mutter und Kind verbunden. Während bei der Mutter in dieser Zeit vor allem erhöhte Blutzuckerwerte die Gefahr von Folgeschäden erhöhen, drohen dem Baby Fehlbildungen oder andere Schädigungen.

Wenn Frauen mit Diabetes allerdings ihre Schwangerschaft sorgfältig planen, die eigenen Risiken mit einem Diabetologen absprechen und die Diabetes-Werte weitgehend gut in den Griff bekommen, stehen die Chancen für eine normale Schwangerschaft allerdings gut. Was genau in den einzelnen Phasen wichtig ist, haben wir Ihnen im Folgenden zusammengefasst.

Schwanger mit Diabetes: Welche Gefahren drohen?

1. Vor Ihrer Schwangerschaft
Wenn Sie unter Diabetes leiden, sprechen Sie Ihre geplante Schwangerschaft bitte rechtzeitig mit dem Arzt ab. Der Blutzucker-Langzeitwert HbA1c sollte mindestens 3 Monate vor der Empfängnis unter 6,5 % liegen. Handelt es sich um eine ungeplante Schwangerschaft, ist ein sofortiger Arztbesuch zu empfehlen.

Lassen Sie sich zudem auf bestehende Folgeschäden – etwa an der Netzhaut oder den Nieren – untersuchen, sowie auf eine Schilddrüsen Über- oder Unterfunktion. Viele Fachgesellschaften raten dazu, vorab Tabletten mit Folsäure und Jod einzunehmen, damit eine gute Versorgung mit den beiden Substanzen gewährleistet werden kann. Unter Umständen sollte außerdem die Diabetestherapie angepasst werden, je nachdem, wie gut Ihre Blutzuckerwerte bislang waren. Andernfalls ist es möglich, dass der Arzt ein anderes Insulin wählt.

2. Während Ihrer Schwangerschaft
Frauen mit Diabetes sollten während der Schwangerschaft folgende Blutzuckerwerte anstreben:

– Vor dem Essen: 60 – 90 mg/dl
– Etwa 1 Stunde nach dem Essen: weniger als 140 mg/dl
– 2 Stunden nach dem Essen: weniger als 120 mg/dl
– Vor dem Einschlafen: 90 – 120 mg/dl
– In der Nacht: über 60 mg/dl

In der Schwangerschaft erschweren die Hormonschwankungen meist eine gute Blutzucker-Einstellung. Bis etwa zur 14. Woche muss daher weniger Insulin gespritzt werden, um eine Unterzuckerung zu vermeiden. Später (etwa in der 22. Schwangerschaftswoche) steigt hingegen die benötigte Menge an Insulin, um bei der Geburt des Babys dann wieder stark zu sinken. Das regelmäßige, mehrmals tägliche Blutzucker messen ist während der Schwangerschaft das A und O. Der Arzt wird etwa alle 4 bis 6 Wochen den Blutzucker-Langzeitwert HbA1c überprüfen.

3. Geburt
Im besten Fall sollten Frauen mit Diabetes in einem Perinatalzentrum entbinden, denn diese Zentren sind auf Risikoschwangerschaften und Frühgeburten spezialisiert. Auch bei Komplikationen sind Sie so möglichst gut versorgt.
Ist der errechnete Geburtstermin erreicht, wird die Geburt aktiv eingeleitet. Sollte der Fötus mehr als 4500 Gramm wiegen, wird meist ein Kaiserschnitt durchgeführt. Die Ärzte bestimmen während der Geburt etwa alle 2 Stunden die Blutzuckerwerte und korrigieren diese bei Bedarf sofort mit kurz wirkendem Insulin.

Wie geht es nach der Entbindung weiter?

Mutter und Baby benötigen nach der Geburt eine intensive Betreuung. Bei der Frau sinkt der Insulinbedarf in den ersten Stunden nach der Entbindung stark absinkt, wodurch das Risiko einer Unterzuckerung stark erhöht ist. Das Neugeborene sollte normal gestillt werden, da dies das Risiko verringert, dass das Kind später Übergewicht und Diabetes entwickelt. Darüber hinaus sollte unbedingt eine Impfung stattfinden.

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